Frühjahrsmüdigkeit verstehen: Warum du im Frühling müde bist und was dein Körper dir wirklich sagen will
- Tatjana Breinlinger
- Mar 17
- 11 min read
Updated: Mar 19
3 ganzheitliche Perspektiven aus Ayurveda, Jahreskreis und Astrologie

Fühlst du dich grade auch ständig müde, erschöpft und weniger leistungsfähig, obwohl du eigentlich genügend schläfst? Und eigentlich solltest du doch jetzt, wo der Frühling langsam erwacht, wieder vermehrt den Drang nach Aktivität verspüren, oder?
Mal ganz abgesehen vom aktuellen Weltgeschehen und den besonders intensiven astrologischen Transiten, die uns momentan ermüden können, gibt es jedes Jahr um diese Zeit eine Welle der Müdigkeit, die uns überrollt - die Frühjahrsmüdigkeit.
Der Frühling ist eine Jahreszeit des Übergangs. Die Energie wächst wieder, ist aber noch verletzlich, wie der erste zarte Austrieb der Samen in der Erde. Deshalb ist der Frühling auch eine der Jahreszeiten, in denen es besonders wichtig ist, dir ausreichend Zeit einzuräumen, um für dich zu sorgen, was aber durch den Licht- und Energieaufschwung und dem damit einhergehenden Gefühl, sich wieder aktiv und energiegeladen fühlen zu müssen, oftmals völlig unterschätzt und übergangen wird.
Frühjahrsmüdigkeit ist nicht als Krankheit definiert, demzufolge auch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht, jedoch ist sie zweifellos ein weit verbreiteter jahreszeitlich bedingter Zustand vorübergehender körperlicher und geistiger Erschöpfung, der im Normalfall innerhalb von ein paar Tagen bis Wochen wieder abklingt.
→ Falls du dich längerfristig müde und erschöpft fühlst, lass das besser ärztlich abklären als Selbstdiagnosen zu stellen, denn dahinter können dann auch wirkliche Krankheiten stecken.
Typische Symptome sind vor allem Müdigkeit (trotz ausreichend Schlaf), Antriebslosigkeit, Wetterfühligkeit, Schwindelgefühl, niedriger Blutdruck, Gereiztheit, Kopfschmerzen und teilweise sogar Gliederschmerzen. Es kann sein, dass du dich einfach nicht so leistungsfähig fühlst wie sonst - was gleichzeitig mit der inneren und äußeren Erwartung an den Aufschwung des Frühlings kollidiert und somit verstärkt wahrgenommen wird.
Neben diesen allgemein bekannten Symptomen und Erklärungsversuchen gibt es eine Reihe weiterer ganzheitlicher Perspektiven auf das Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit und die Möglichkeiten, wie du dich selbst in diesem Übergang besser verstehen und aktiv hindurch begleiten kannst. Im weiteren Verlauf werde ich genauer auf die Perspektiven von Ayurveda, Jahreskreis und Astrologie eingehen.
Inhaltsangabe
Frühjahrsmüdigkeit - Ayurveda
Die „Doshas“ bezeichnen im Ayurveda grundlegende Kräfte, Energien oder Prinzipien, die in der Natur wirken und auch in uns enthalten sind. Jedes Dosha hat charakteristische Eigenschaften, die sich aus unterschiedlichen Kombinationen der fünf Grundelemente zusammensetzen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther/Raum. Diese spiegeln sich in unseren Eigenschaften, Körperbau, geistigen Bewegungen, aber auch in Natur, Jahreszeiten, Tageszeiten und anderen zyklischen Elementen des Lebens wieder.
Der Frühling ist im Ayurveda gekennzeichnet von den Eigenschaften des Doshas Kapha. Kapha besteht aus den Elementen Erde und Wasser. Es ist schwer, stabil, langsam, feucht, ölig, weich, süß und fruchtbar. Kapha ist Langsamkeit, Substanz und Nährung - es ist im Frühling besonders hoch, denn seine Eigenschaften fördern nachhaltiges Wachstum, also genau das, was in der Natur im Frühling passiert. Und auch wir brauchen Zeit, Nahrung und Stabilität, um zu wachsen. Gesundes Wachstum passiert nicht von heute auf Morgen, sondern langsam und stetig und auf fruchtbarem, stabilem Boden. Kapha ist kein Sprinter, dafür ausdauernd - es benötigt eine gute Portion Energie, um in Schwung zu kommen, doch wenn es läuft, dann läuft es stetig weiter und bleibt so schnell nicht mehr stehen, Schritt für Schritt, Stück für Stück - gesundes, nachhaltiges Wachstum.
Gleichzeitig kannst du dir Kapha im Sinne von Erde mit Wasser so vorstellen wie Schlamm, schwerfällig, zähflüssig bis hin zu ölig-schleimig und genau das spüren wir auch in unserem Körper & Geist. Wir fühlen uns im Übergang zur helleren Jahreshälfte manchmal träge, antriebslos, matt im Kopf und auch oft verschleimter als sonst in Nasen- und Rachenraum. Und das ist kein persönliches Versagen - das ist wichtiger, fruchtbarer Nährboden, den wir kultivieren dürfen, um wieder wachsen zu können.
Wir haben das Gefühl, mit zunehmendem Sonnenschein und Wärme sollte die Aktivität wieder in uns zurückkehren, doch stattdessen sind wir plötzlich müde ohne Grund, obwohl wir viel schlafen. Das erzeugt einen inneren Druck. Vielleicht fragst du dich jetzt, warum du so müde aufwachst, obwohl du lang genug geschlafen hast. Oder wie du nur dein Business (oder schlichtweg dein Leben) führen sollst, wenn du trotz Sonne keine Energie hast. Wie sollst du nur Raum für andere halten, wenn du gerade selbst keine Erholung in dir finden kannst?
Mit dieser inneren Unruhe, Unsicherheit und Zerrissenheit fällt es uns umso schwerer, uns die nötige Zeit für uns selbst zu nehmen, um uns selbst in diesem Schwellenübergang von der dunkleren zur helleren Jahreshälfte zu sehen und liebevoll zu unterstützen. Doch es ist nunmal ein Übergang und das erfordert Anpassung und das erfordert einen gewissen unsichtbaren Energieaufwand.
Über den Winter war es wichtig, uns durch die Kälte und die Dunkelheit hindurch zu nähren. Der Winter war die Zeit für Rückzug, Ruhe und Regeneration. Im Winter schlafen wir mehr, bewegen uns weniger und unsere Arbeit richtet sich nach innen. Wir füllen unsere inneren Reserven auf, damit wir in der helleren, wärmeren & aktiveren Jahreshälfte wieder daraus schöpfen können. Das ist ein essenzieller Teil unseres Jahres und unseres Seins, der heutzutage ganz häufig unterdrückt wird durch die gesellschaftliche Erwartung, immer gleich funktionieren zu müssen, als wären wir Maschinen und getrennt von äußeren Umständen wie Natur und Jahreszeiten. Doch du spürst es schon - wir sind in unserer Essenz Natur.
Am Ende des Winters, wenn wir uns so langsam wieder in Richtung Frühling bewegen hat sich dann viel Kapha in uns angesammelt. Jetzt dürfen wir so langsam wieder vermehrt in die Aktivität übergehen - ja, aber: Dieser Prozess, dieser Übergang ist anstrengend und erfordert einen gewissen Energieaufwand, um unser eigenes System wieder an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Müdigkeit und Erschöpfung, durch diese von außen oftmals unsichtbare Umstellung, sind völlig normal.
Zusätzlich gibt es zwei Herausforderungen, die unsere Müdigkeit in dieser Jahreszeit zusätzlich verstärken können:
Uns direkt zu überfordern, da wir denken, wir müssten sofort wieder lossprinten und vergessen, dass Kapha jetzt erst Energie braucht, um langsam in Bewegung zu kommen und dann dafür auch langfristig in Bewegung zu bleiben.
In der Schwere des Winters zu erstarren und uns gar nicht erst wieder in Bewegung zu bringen.
Außerdem - wenn du dir im Winter nicht genügend Raum zum Ausruhen und Auftanken gegeben hast, kann es sein, dass dein Körper jetzt besonders an dir zerrt, um das noch nachzuholen, bevor es wieder richtig los gehen kann.
Wie du dich jetzt auf ayurvedische Art und Weise unterstützen kannst:
langsam wieder in die Aktivität starten - erst mal mit leichter Bewegung, die weniger Überwindung kostet, z.B. ein Spaziergang in der Sonne an der frischen Luft, Pilates oder Flow Yoga und mit der Zeit aufbauen und gerne auch ins Schwitzen kommen bis hin zu HIIT, Joggen, Radfahren oder was du sonst so gerne tust
eher leichte und gekochte Nahrung zu dir nehmen, dafür Fettiges, Frittiertes, besonders Salziges und übermäßig viel Süßes eher meiden
scharfe Gewürze und allgemein gut würzen, um die Verdauung anzuregen
Pausen zwischen den Mahlzeiten verlängern, bzw. nicht so viel zwischen-snacken
Verdauungsspaziergang, vor allem nach der Hauptmahlzeit, um die Verdauung anzuregen
Trockenbürsten (-Massage)
Frühjahrsmüdigkeit - Jahreskreis
Die Erde taut jetzt so langsam wieder auf und das im Winter erstarrte Kapha kann jetzt wieder seine fruchtbaren Qualitäten voll entfalten. Die Natur erwacht langsam wieder zum Leben, Samen, die über den Winter unter der gefrorenen Erde geruht haben, fangen jetzt an im fruchtbaren Millieu unter der, sich langsam erwärmenden und von Regen oder abgetautem Schnee mit Wasser durchtränkten Erde, zu keimen und zu wachsen.
Wichtig: Das Wachstum beginnt immer erst unter der Erde. Die Wurzeln treiben aus bevor sich die Pflanze entwickelt, die Erde durchbricht und von außen sichtbar wird. Zuerst wird mit der Wurzel die Stabilität nach unten und innen genährt, um dann die neue Pflanze auch wirklich tragen und nähren zu können.
Dieser Prozess des langsamen Erwachens erfordert sehr viel Energie, ohne dass man von außen sieht, wofür diese aufgewendet wird. Genauso kann es uns auch im Frühling ergehen. Innere Prozesse kommen mal mehr, mal weniger bewusst in Gang, um uns auf die hellere, wärmere und aktivere Jahreshälfte vorzubereiten.
Außerdem ist die Zeit zwischen Imbolc, das Anfang Februar als Halbzeitpunkt zwischen Wintersonnwende und Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche gefeiert wird, um das wiederkehrende Licht zu ehren, und Ostara, die Tag-und-Nachtgleiche am 20.03. dieses Jahr, ein Zeitraum der Reinigung und Vorbereitung auf die hellere Jahreshälfte vom Winter. Wir dürfen hier in uns gehen und die Schwere des Winters - und alles, was für dich dazugehört - aussortieren, bereinigen und zurücklassen.
Das gilt im Außen, wie auch im Innen, also alles ist erlaubt und unterstützt: von Frühjahrsputz im Haus, Ausmisten, Vorbereitung des Gartens auf den Frühling bis hin zu Fastenkuren, Darmreinigung, wieder mehr und anstrengenderen Sport und auch mental/geistig/emotionales Aussortieren von dem, was ausgedient hat und dich in Zukunft nicht mehr weiterbringt, z.B. in Form von journaln oder kleinen Ritualen. Alles, was dich zurückhält & alle Schwere, die sich im Winter angesammelt hat, darf jetzt gehen und in der Dunkelheit zurückgelassen werden. Diese Prozesse brauchen Energie, auch wenn wir sie nicht offensichtlich sehen können.
In unserer Leistungsgesellschaft, in der wir als Menschen immer gleich funktionieren sollen wie Maschinen, wird solch ein Zustand sehr schnell pathologisiert, denn das oberste Interesse ist es immer, unsere Arbeitsfähigkeit so hoch wie möglich zu halten. Außerdem sind wir so konditioniert, dass wir daran auch oft unseren persönlichen Wert festmachen und alles, was uns daran hindert, versuchen wegzuoptimieren. Doch vielleicht darf eine Phase der Müdigkeit, in der wir den unsichtbaren Prozessen in unserem Körper Raum geben und uns auf liebevolle Art und Weise dabei unterstützen, ja auch einfach mal als genau so normal angesehen werden, wie sie praktisch und ursprünglich gesehen eben ist.
Wie du dich jetzt im Einklang mit den natürlichen Prozessen im Jahreskreis unterstützen kannst:
genügend schlafen, aber nicht übermäßig viel - ein stabiler Rhythmus kann hier erst mal helfen, das heißt jeden Tag zu einer ähnlichen Zeit schlafen zu gehen und aufzustehen
auch bei Müdigkeit den inneren Schweinehund überwinden und raus an die frische Luft, in die Sonne und leichte Bewegung einbauen, ohne deinen Körper erst mal zu sehr zu überfordern, denn er braucht ja auch noch Energie für die inneren Umstellungsprozesse → spazieren in Sonne/Tageslicht an der frischen Luft ist hier ideal, schwitzen darf auf jeden Fall auch sein
Frühjahrsputz, Ausmisten, Garten vorbereiten auf den Frühling (aktiv, an der frischen Luft, im stärker werdenden Tageslicht)
Zeit nehmen, um zu reflektieren, was dir nicht mehr dient - innerlich wie äußerlich, z.B. durch journaln
Rituale, in denen du beispielsweise symbolisch das innerlich Aussortierte auf Zetteln verbrennst
die Balance zwischen Aktivierung und Ruhe finden, die dir gerade hilft, um die Umstellung anzukurbeln und gleichzeitig inneren Raum für die wichtigen Prozesse zu schaffen
aktiv regenerierende Pausen einbauen, anstatt dich einfach wieder ins Bett zu legen, z.B. in der Sonne sitzen, Meditation, Yoga Nidra, sanfte Atemübungen
Frühjahrsmüdigkeit - Astrologie
Willkommen in der Fische Saison - im Jahr 2026: 18. Februar - 20. März.
Passend zum Tauwetter draußen, bringen die Fische auch energetisch Wasser mit in den beginnenden Frühling.
Fische ist das zwölfte und letzte Tierkreiszeichen, also das Ende des astrologischen Jahrs, bevor wir dann zur Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche (dieses Jahr am 20. März) mit Eintritt der Sonne in den Widder ins neue astrologische Jahr starten.
Das Tierkreiszeichen Fische ist das Ende des Tierkreises, nach innen gerichtet und dem Wasserelement zugeordnet. Es ist der kosmische Mutterleib, in den wir zurückkehren, um uns neu zu gebären, das Ende und der Neubeginn. Wir bereiten uns hier auf den Neuanfang mit dem Eintritt der Sonne in den Widder und dem Frühlingsanfang vor. Hier fließt alles zusammen, was wir auf unserer Reise durch den Tierkreis gelernt haben. Außerdem werden wir hier sensibel, feinfühlig bis hin zu durchlässig für Gefühle, Emotionen und Spannungen. Die Grenzen zwischen dem, was unseres ist und dem, was von außen auf uns einwirkt, verschwimmen.
Jetzt ist es wichtig, dir noch einmal Zeit und Raum zu nehmen, um das letzte Jahr seit 20. März 2025 zu reflektieren, um am 20. März 2026 bewusst ausgerichtet ins neue Jahr zu starten. Erlaube dir, noch einmal wirklich zur Ruhe zu kommen und loszulassen, was dir nicht mehr dient. Kleine Erinnerung: Leere muss dir keine Angst machen, denn sie ist freier Potenzialraum & fruchtbarer Boden, in dem deine neuen Samen besonders gut erst in der Dunkelheit keimen und später im Licht der Widderzeit heranwachsen können.
Nimm dir den Raum, um alle Gefühle, die in dir aufkommen, zu fühlen und dir selbst zu vergeben - Wasser ist heilsam, nutze diese Qualität jetzt für dich, um dich auf den Neuanfang vorzubereiten und um deinen inneren Raum von alten Energien zu reinigen, anstatt dich darüber hinweg zu pushen, und den seelischen Ballast weiter mit dir herumzuschleppen, was dann dauerhaft an deiner Grundenergie zehrt.
In der Fischezeit, kann es sein, dass du dich müder fühlst als sonst und weniger Energie nach außen hast. Vielleicht hast du das Gefühl, dich in deinen Tagträumen zu verlieren, dass deine sonst so klaren Ziele verschwimmen oder der Weg dahin vernebelt ist. Das kann zu Unsicherheiten führen und das ist normal.
Hier darfst du dich daran erinnern, dass alles schon in dir ist und dass dein Weg genau dort entlang führt, wo du gerade lernen und dich weiterentwickeln darfst. Du darfst in das göttliche Vertrauen der Fische - in den kosmischen Mutterleib - zurückkehren, eintauchen und Kontrolle abgeben. Du weißt schon, dass du dem Fluss deines Lebens vertrauen kannst, dass du immer gehalten und getragen bist von der Erde unter dir und dass am Ende immer alles einen Sinn ergeben wird, den du oftmals erst hinterher klar sehen kannst.
Und vielleicht sind es genau die Träume, die dich in dieser Zeit gefühlt ablenken, die dir am Ende neue Räume eröffnen und eine neue Richtung schenken, also lass dich ruhig darauf ein.
Diese Zeit ist besonders herausfordernd, wenn du dir im Winter nicht genügend Raum für Rückzug, Regeneration und Reflexion gegeben hast, denn darauf baust du jetzt auf.
Wie du dich jetzt im Einklang mit den astrologischen Qualitäten unterstützen kannst:
Zeit zum Träumen einräumen
Raum für Reflexion, Verarbeitung und Emotionen schaffen, z.B. journaln
Meditationen, um in dir und dem kosmischen Mutterleib zu landen und Vertrauen und Hingabe zu kultivieren
Zeit für Ruhe, Rückzug, Regeneration einbauen, damit du wirklich zutiefst genährt in die hellere Jahreshälfte starten kannst
Wenn wir alles zusammenbringen
Im frühen Frühling, wenn die Erde wieder auftaut und sich mit Wasser vollsaugt, wenn das Licht wieder stärker und die Sonne wärmer wird, wenn die Tierwelt so langsam wieder aufwacht und das Zwitschern der Vögel uns morgens weckt, beginnen die unsichtbaren Prozesse des langsamen Erwachens der Natur aus ihrem Winterschlaf unter der Erde, wieder neues Leben zu erschaffen.
Und auch wir spüren diesen Drang zu wieder mehr Aktivität, Leistungsfähigkeit und Energie. Wenn wir dann nicht sofort voller Energie sind, wie wir uns das wünschen und aus dem Stillstand in einen Sprint mit Bestzeit starten können, sind wir enttäuscht. Dabei starten wir jetzt erst mal in die Aufwärmphase, in der wir wieder langsam in Schwung kommen und die Schwere des Winters bereinigen und hinter uns lassen dürfen - auf allen Ebenen: geistig, mental, körperlich, emotional, energetisch. Das erfordert Energie, von der wir nicht genau sehen können, wohin sie fließt, die jedoch diesen ganzen inneren Erwachensprozess fördert. Das macht auch mal müde, das ist völlig normal.
Am 20.03. treffen sich dann Ostara - die Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche - und das astrologische Neujahr - wenn die Sonne vom letzten Tierkreiszeichen Fische (Wasser) wieder ins erste Tierkreiszeichen Widder (Feuer) wechselt. Zudem baut sich dann so langsam wieder mehr Pitta (Feuer) in und um uns herum auf, das die Schwere des über den Winter angesammelten Kapha verbrennt. Hier schwingt die Energie in die hellere Jahreshälfte um, Tag und Nacht sind gleich lang, das Licht siegt über die Dunkelheit und die Tage werden immer länger & wärmer. Wir übertreten die Schwelle in die hellere Jahreshälfte. Und auch das ist erst der Beginn und wir stehen nicht plötzlich von heute auf morgen in der Hochphase unserer Energie - auch das darf sich weiterhin mithilfe der jetzt unterstützenden Feuerenergie aufbauen.
Das heißt also, dass wir uns bis mindestens Ende März in einer Phase des Übergangs befinden und Übergänge dürfen wir lernen, zu ehren. Das bringt uns bisher niemand in unserer Leistungsgesellschaft bei, in der wir immer gleich funktionieren sollen wie Maschinen. Doch wir sind Natur und durchlaufen Zyklen, genau wie alles um uns herum. Und dafür dürfen wir uns den Raum nehmen und uns bewusst darin unterstützen.
Es ist also wirklich völlig normal, dass wir im Frühling langsam erwachen, uns erst mal für die hellere Jahreszeit aufwärmen und dann ganz genährt immer mehr in die Aktivität übertreten. Diese Zeit ist ein Übergang und diesen dürfen wir bewusst begehen. Da wir das so nicht lernen, fällt uns das oft erst mal schwer und auch das ist völlig normal.
Doch mit dem Wissen im Hinterkopf, was für Prozesse auf energetischer und verkörperter Ebene zu dieser Jahreszeit in dir ablaufen, kannst du jetzt mit dir selbst und deinem Umfeld bewusster und achtsamer umgehen. Denn auch wenn diese Perspektiven und Infos in der Leistungsgesellschaft noch nicht so richtig angekommen sind, geschweige denn berücksichtigt werden, heißt das nicht, dass dein Körper es nicht spürt, durchläuft und dabei unterstützt werden darf.




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